Kängurus beim Sonnenaufgang

22. August 2026

Der Hauptgrund warum wir das Cape Hillsborough Nature Camp gewählt haben, waren die Kängurus die zum Sonnenaufgang an den Strand kommen. Daher hiess es wieder früh aufstehen. Sonnenaufgang war um 20 nach 6 und man sollte mindestens eine halbe Stunde vorher dort sein. Das hiess gegen 5 Uhr aufstehen. Als wir dann pünktlich an den Strand kamen, sahen wir auch schon ein paar Leute und ein paar kleine Kängurus.

Ziemlich bald kam eine Rangerin und verteilte etwas Obst am Strand, dass die Kängurus dann frassen. Im Endeffekt waren nur 4 gekommen, davon wohl drei relativ kleine Wallabys und ich denke ein Känguru. Die Rangerin erklärte dann noch, dass wir nicht nah ran dürfen und wenn sie weghüpfen sollten wir nur mit grossem Abstand folgen. Auch wenn es uns klar war, dass dort viele Leute sein würden, so waren wir doch etwas enttäuscht. Das Ganze hatte mehr etwas von F¨ütterung und Vorführung als von Naturerlebnis. Magisch war das nicht. Aber vielleicht hatten wir da einfach auch falsche Erwartungen. Auch wenn die Rangerin erklärte, dass die Kängurus immer zum Strand kommen um zu fressen, war das schwer zu glauben, denn sie suchten nicht nach Futter sondern sassen einfach still da und verschwanden dann mit dem Sonnenaufgang. Der war allerdings sehr schön und wir genossen es sehr. Dafür muss man allerdings nicht nach Cape Hillsborough fahren. Ich möchte es keinem verderben, meistens sollen ja auch mehr und grössere Kängurus kommen. Für uns war es aber nicht so ein magisches Erlebnis.

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So hatte sich das frühe Aufstehen doch noch gelohnt und wir gingen zurück zu unserer Cabin.

Hinter diesen Bäumen liegt der Campingplatz

Eungella Nationalpark

Da wir ja noch eine zweite Nacht hier hatten wollten wir den Tag für einen Ausflug in den Eungella Nationalpark nutzen. Hier sollten wir angeblich weltweit die besten Chancen haben, Schnabeltiere in freier Wildbahn zu sehen. Da wir bisher an jeder Platypus Viewing Plattform nichts gesehen hatten, waren wir etwas skeptisch.

Die Wege in Australien sind lang und so war der Weg zum Park schon gut über 100 km weit.

Da unsere Cabin keine Kaffeemaschine hatte und die Reception (bei der es Kaffee gab) erst um 8 Uhr öffnete, machten wir uns mal ohne Frühstück auf den Weg. Wir hatten bei der Ankunft gestern eine Art Cafe an der Abzweigung vom Bruce Highway gesehen, da wollten wir stoppen und hofften, dass es da was gab. Von aussen war es recht unscheinbar, drinnen überraschte es dann aber als eine Art Diner nach amerikanischem Vorbild. Mit einer grossen Auswahl an Essen und guten Kaffee.

Frisch gestärkt ging es nun weiter in Richtung Eungella. Wir fuhren durch das Hinterland der Küste, wo immer wieder vereinzelte Häuser oder kleine Ansiedlungen waren. Manche Häuser ganz schön, andere wieder ziemlich heruntergekommen. Aber alle mit viel Platz ringsum. Auch die Zuckerrohrfelder und die Cane Rail begleitete uns wieder. Wir sahen auch immer mal wieder schöne Vögel, so dass wir auch mal stoppten und versuchten ein Foto zu machen.

Ein Kingfisher

So war es eine sehr abwechslungsreiche und interessante Fahrt. Irgendwann kamen dann wieder Warnschilder mit “Steep Climb” und Kurven, was uns sehr stark an unsere Fahrt zu den Wallaman Falls erinnerte. So schlimm wurde es aber nicht. Die Strasse schlängelte sich zwas den Berg hoch, war aber sehr gut zu fahren. Eungella liegt immerhin auf 680m und wir warne ja bei Null gestartet.

Im Visitor Center erklärte mir dann ein älterer Herr, dass im Winter die Schnabeltiere eher am Morgen und am Abend kommen und weniger am Tag, aber wir ja vielleicht trotzdem Glück hätten. Wir liefen also die wenigen Meter zur Aussichtsplattform und es kamen uns dabei einige Leute entgegen. Da Schnabeltiere sehr scheu sind, dachten wir schon, dass sie bei so vielen Leute sicher nicht raus kommen. Als wir an der Plattform ankamen, waren wir jedoch völlig allein und beobachteten einfach still das Wasser. Zunächst sahen wir ein paar Schildkröten und dann tauchte plötzlich tatsächlich ein Schnabeltier auf.

Das war wieder ein so schönes Erlebnis. Wir waren mehr als eine halbe Stunde allein am See und das Schnabeltier tauchte immer wieder auf. Erst sah man ein paar Blasen und dann kam es hoch, schwamm in paar Sekunden an der Oberfläche und verschwand dann wieder. Wir haben es sehr genossen und sie auch mit unserem Fernglas genau beobachten können. Auch wenn es wohl nur ein oder zwei waren, war es wunderschön. Es kamen dann ein paar mehr Leute und auch Kinder, wodurch es etwas unruhiger wurde und bald war unser Schnabeltier dann nicht mehr zu sehen. So gingen wir sehr zufrieden zurück zum Parkplatz.

Den nächsten Stopp machten wir beim Sky Window Lookout. Dort gibt es eine schöne Picknick Area mit Gasgrill und Tischen. Wir machten uns aber auf den kurzen Loop, der immer wieder wunderschöne Ausblicke in die Richtung bot, aus der wir gekommen waren, Bei ersten Lookout sah man schön die Strasse die sich den Berg hochwindet.

Beim zweiten Lookout dann diese tolle Aussicht. Unten im Tal ist die Strasse auf der wir gekommen waren.

Nach diesem tollen Ausblick fuhren wir die Strasse wieder runter in Richtung des Finch Hatton Gorge. Einem Wasserfall mit Pool in dem man Baden kann. Zunächst kamen wir wieder überraschend auf eine Gravel Road, was aber inzwischen nichts ungewöhnliches mehr ist. Bisher liessen die sich alle sehr gut fahren. Plötzlich stand jedoch unsere Strasse unter Wasser. Einfach so ohne Warnschilder und ohne Ankündigung. Man sah auch nicht wie tief das war. So überlegten wir ernsthaft einfach wieder umzukehren. Während wir noch überlegten, ballerte einer diese Outdoorjeeps an uns vorbei durchs Wasser. Also sehr tief schien es nicht zu sein, aber ich hatte ja keinen Outdoor Jeep sondern nur meinen kleinen Renault. Erst als ein ähnlicher SUV wie unserer durchfuhr, trauten wir uns dann auch. Es war nicht sehr tief und kein Problem. Danach kamen dann nochmals 3 kleinere Durchfahrten durch Bäche, bis wir den Parkplatz erreichten. Auch dort musste ich dann erstmal einen Parkplatz finden, aus dem ich auch sicher wieder raus komme. Ich habe wie gesagt keinen 4×4 und Australien ist absolut ein 4×4 Land.

Kaum angkommen entdeckte Corin wieder eine grosse Echse mitten auf dem Parkplatz. Sie war aber sehr scheu und liess sich kaum fotografieren.

So machten wir uns auf den gut 1.5km langen Weg zum Wasserfall. Der führte uns mal wieder durch sehr dichten Regenwald. Wirklich faszinierend und auch ein bisschen beängstigend. Nicht mal wegen der Tiere, sondern wegen der Dichte der Pflanzen und all den Stacheln und die nicht sofort sichtbaren Gefahren. Aber auf dem Weg kann nichts passieren.

Stachelige Angelegenheit
Undurchdringlicher Regenwald
Immer schön auf dem Weg bleiben

Der Wasserfall war dann wirklich sehr schön und es waren nur wenig Leute da. Obwohl ich meine Badehose heute vergessen hatte wollte ich mir das Bad in dem schönen Pool nicht nehmen lassen und ging einfach mit der Unterhose rein. Dafür bekam ich sogar Beifall von den paar Anwesenden, die aufgrund des kalten Wassers bis jetzt noch nicht drin gewesen waren. Ein junge Frau, die schon im Bikini da sass traute sich dann nach mir aber auch rein. Ich schätzte das Wasser auf zwischen 16 und 18 Grad.

Während ich im Wasser war, entdeckten Corin und die anderen Leute dort eine kleine Schlange ca. 10m entfernt auf einem Stein in der Sonne. Als ich wieder draussen war, konnte ich noch ein schönes Bild von ihr machen. Es war eine australische Baumschlange. Völlig ungefährlich, wie uns Gemini später verriet. Beruhigend zu wissen;-)

So machten wir uns dann auf den Rückweg zum Parkplatz.

Auf dem Weg nach Cape Hillsborough hatten wir nochmal Glück mit einem Vogel, der auf einer Stromleitung sass. Dieses mal war es ein Laughing Kookaburra oder auch Lachender Hans. Wir kriegen nicht genug von der schönen Tierwelt und halten immer noch wegen jedem Vogel an, drehen um und beobachten sie und versuchen ein Foto zu machen.

Zurück im Camp gingen wir nochmal an den Strand. Morgen geht es weiter und wir wollten diesen schönen Strand nochmal geniessen.

Am Abend nutzten wir nochmal den schönen Grill und machten uns sehr gute Angus Hamburger. Das war wieder mal ein sehr schöner Tag.

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