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K’Gari oder auch Fraser Island
25. August 2026
Für heute stand unsere nächste gebuchte Tour auf dem Programm. Abholzeit war um halb acht, aber das kennen wir ja schon. Es sollte nach K’Gari gehen oder auch Fraser Island wie die Insel früher hiess. K’Gari ist der Name der Aborigines für die Insel.
K’Gari, ehemals bekannt als Fraser Island, ist die größte Sandinsel der Welt. Das UNESCO-Weltnaturerbe fasziniert mit kristallklaren Süßwasserseen wie dem berühmten Lake McKenzie, uralten Regenwäldern, die direkt im Sand wachsen, und endlosen Sandstränden. Neben der einzigartigen Natur ist die Insel auch die Heimat der reinrassigsten Dingo-Population des Landes. Für Abenteurer bietet K’Gari unvergessliche Offroad-Erlebnisse mit dem Geländewagen entlang des legendären 75 Mile Beach. Der indogene Name der Insel bedeutet übersetzt „Paradies“ – ein Versprechen, das dieses einmalige Naturwunder bei jedem Besuch einlöst.

Nach dem schönen Sonnenaufgang den Corin von unserem Balkon beobachtet hat und einem Kaffee, waren wir bereit und warteten auf unsere Gruppe. Gebucht hatten wir eine kleine Gruppe mit maximal zehn Mann. So hofften wir dem Massentourismus ein bisschen aus dem Weg zu gehen. Dann fuhr zum abgemachten Zeitpunkt ein Toyota Jeep auf den Hof, den ich zuerst gar nicht wahr nahm, da ich auf einen Bus wartete. Corin meinte dann aber, dass der wohl zu uns wollte. Der Fahrer stellte sich als David vor und meinte er sei heute unser Guide. Wir würden noch zwei andere abholen und dann gehe es los. Also würden wir die Tour in einem dieser hier überall zu sehenden Outback Jeep machen. Ich war sehr erleichtert, als David uns die ersten Dinge erklärte, denn er redete sehr langsam und deutlich. So dass ich ihn sehr gut verstand. Ich denke ganz gut englisch zu können, aber manche Australier reden so schnell und undeutlich, dass man dann irgendwann aushängt und nichts mehr mitkriegt. So würde es mir heute nicht gehen und auch Corin konnte vieles verstehen und ich musste ihr nur einige Sachen übersetzen.

Kurz darauf hielten wir bei einem anderen Hotel und Nina und Alex stiegen mit ein. Ein französisches Paar auf Hochzeitsreise. Nina sass bei uns hinten und Alex vorne, was für beide ok war so konnte ich für Corin übersetzen, da wir nebeneinander sitzen konnten. Jetzt ging es zunächst zur Fähre. David erklärte ziemlich viel, vor allem zum Thema Dingos, von denen es auf der Insel viele gibt. An der Fähre angekommen, hatten wir ein bisschen Zeit die Aussicht zu geniessen. Wir konnten sogar einige Delfine beobachten. Als die Fähre ankam gingen wir gleich aufs Oberdeck.








Die Überfahrt nach K’Gari dauerte 45 Minuten und war sehr ruhig. Drüben angekommen, fanden wir uns am Auto ein und David legte los. Er erklärte uns, dass er den ganzen Tag versuchen würde den grossen Bussen etwas auszuweichen. Zuerst fuhren wir auf einer geteerten Strasse durchs Resort. Dann kam das Tor im Zaun, der wegen der Dingos um das Resort gezogen ist und ab da war das Ganze dann eine richtige Sandpiste. Wir wurden sofort kräftig durchgeschüttelt. David erklärte uns, dass die Pisten grade neu gemacht wurden und deshalb perfekt seien. Dann möchte ich mal wissen, wie das ist wenn sie nicht neu gemacht sind. Nina hat während der gut 20 bis 30 Minuten Fahrt ein Nickerchen gemacht. Wir fuhren aber auch nicht die Hauptstrecke sondern eine Nebenstrecke, auf der die Busse nicht fahren können. Durch den dichten Wald ging es bis zu unserem ersten Stopp, einem Sandblow.


Hier sieht man wie die Insel entstanden ist, ein Feuer oder was anderes hat die Pflanzen vernichtet und der Sand wurde ins Landesinnere geweht und hat alles überdeckt, Irgendwann wachsen die Pflanzen dann wieder und das ganze beginnt von vorn. Eine Schicht kommt so auf die andere. Weiter ging es jetzt über die Rüttelpiste, bis wir am Strand ankamen.

Dort wurde die Fahrt dann deutlich ruhiger und schneller. Während man im Wald auf der Sandpiste nur mit 30 km/h fahren darf, waren es am Strand 80 km/h. Da stehen auch Verkehrsschilder und es gib auch Polizei auf der Insel, die das überwacht. Was etwas überraschend war, es herrschte ziemlich dichter Verkehr. Es kamen uns ganze Kolonnen von Jeeps entgegen. Jetzt wissen wir endlich, was die Australier mit ihren Riesen-Jeeps machen. Die meisten hatten auf der Motorhaube ein paar grosse Angeln montiert und suchten sich ein Plätzchen zum Fischen. David hat uns erklärt, dass gerade Hochsaison für Angler ist. Aber man braucht für diese Insel wirklich auch das passende Auto. Wer sich überlegt hier selber zu fahren, das geht aber nur mit so einem Super Allrad Auto mit hoher Bodenfreiheit. Die meisten Autovermietungen, verbieten das sowieso.

Wir ballerten jetzt aber erstmal über den Strand und es machte grossen Spass. David ist ein sehr guter Fahrer und bremste immer im richtigen Moment, wenn wieder mal einer der vielen Süsswasserbäche über den Strand floss oder es eine Welle gab. Sein Ziel war es, vor den Bussen am Maheno Shipwreck anzukommen, damit wir ein paar gute Fotos machen konnten.
Das ist ihm auch sehr gut gelungen und es waren nur wenig andere Touristen dort. So konnten wir unsere Fotos in Ruhe machen und Alex machte auch noch eins von uns beiden, Als wir fertig waren, wartete schon der Morning Tea auf uns. David unser Guide hatte Schokoladenkuchen und Kekse dabei und wir konnten Kaffee, Tee oder Softdrinks wählen. Wir kamen dann auch immer wieder mit Alex und Nina ins Gespräch und tauschten uns über unsere bisherige Reiseroute aus. Sie waren auch am Uluru gewesen und dann noch nach Darwin geflogen und hatten sich den Kakadu Nationalpark angeschaut. Danach hatten sie von Cairns die gleiche Route wie wir gemacht, auch mit Stopps in Mageitic Island und Whitsunday Islands. Wir haben uns sehr gut mit ihnen verstanden. Wir hätten uns keine besseren Reisgefährten für diesen Tag wünschen können.
Die SS Maheno war ursprünglich ein neuseeländisches Passagierschiff, das im Ersten Weltkrieg als Lazarettschiff für verwundete Soldaten diente. Im Jahr 1935 sollte der ausgediente Ozeandampfer zum Verschrotten nach Japan geschleppt werden, als er vor der Küste in einen schweren Zyklon geriet. Die Schleppkette riss, und das Schiff strandete schlussendlich am östlichen 75 Mile Beach von K’gari. Während des Zweiten Weltkriegs nutzte die australische Luftwaffe das Wrack sogar als Zielobjekt für Bombenübungen. Heute sind die verrosteten Überreste der Maheno eine der bekanntesten und fotogensten Sehenswürdigkeiten der Insel.





Grade als wir fertig warem kamen die grossen blauen Busse an. Wir beobachteten noch wie einer der Flieger, die direkt am Strand Rundflüge anbieten, direkt beim Wrack landete. Dann fuhren wir aber weiter in Richtung Pinnacles. Hier sieht man die verschiedenen Sandschichten aus denen die Insel besteht sehr gut.

Von hier aus ging es jetzt wieder zurück am Strand entlang bis zum Eli Creek. Das ist ein klarer Fluss, der wie viele andere, von der Insel ins Meer fliesst. Allerdings sind die meisten anderen nur kleine Rinnsale. Das Wasser war ziemlich kalt (knapp unter 20 Grad), aber viele Einheimische und Touristen liessen sich auf Schwimmreifen oder Luftmatratzen ca. 100m den Fluss zum Strand runter treiben. Ich bin mit Alex und Nina den Weg zumindest im Wasser gelaufen.




Jetzt fuhren wir die ganze Strecke am Strand zurück. Immer Ausschau haltend nach einem Dingo. Nachdem so viel gewarnt und erklärt wurde wie man sich verhalten soll, hätten wir schon noch gerne einen gesehen. Aber wir hatten dieses mal kein Glück. Am Resort Eurong verliessen wir den Strand und fuhren wieder auf einer Buckelpiste. David erklärte uns die Geschichte des Begründers des Inseltourismus, was sehr interessant war. Da es auf der Insel viele wertvolle Bäume gibt, wurde hier bis 1991 sehr intensiv Forstwirtschaft betrieben. Das wurde dann durch Proteste von Umweltschützern nach 128 Jahren gestoppt und 1992 wurde die Insel zum UNESCO Weltkulturerbe.

Die Geschichte von Kapitän Fraser und der Namensgebung der Insel kurz zusammengefasst:
Im Mai 1836 erlitt das britische Schiff Stirling Castle unter Kapitän James Fraser Schiffbruch am Great Barrier Reef. Der Kapitän, seine schwangere Frau Eliza und einige Besatzungsmitglieder retteten sich in einem Beiboot und landeten schließlich auf der Insel.
Während ihres mehrwöchigen Aufenthalts unter den einheimischen Butchulla verstarb Kapitän Fraser. Nach ihrer Rettung verbreitete Eliza Fraser in der Heimat stark dramatisch überzeichnete Berichte über ihre Zeit auf der Insel. Die Geschichten wurden zu einer Sensationsnachricht in der westlichen Welt, woraufhin die britischen Kolonialbehörden die Insel zu Ehren des verstorbenen Kapitäns Fraser Island nannten.
Da der Name das indigen verübte Unrecht der Kolonialzeit symbolisierte, wurde die Insel im Juni 2023 offiziell wieder auf ihren ursprünglichen Namen K’gari zurückbenannt.
Unser nächste Stopp war die Central Station. Hier gab es Mittag Essen. Die Busse waren hier schon wieder weg, so dass wir nur mit einer anderen kleinen Gruppe dort waren. David zauberte eine Tischdecke hervor und holte sehr gute Wraps aus seinen Kühlboxen, Dazu gab es für mich ein kaltes Bier. Nina und Alex tranken immer Wasser, da sie zum Abschluss ihrer Flitterwochen noch den Sydney Marathon laufen wollten, Eine grosse Herausforderung, für die es Disziplin braucht.

Nach dieser sehr guten Stärkung erklärte uns David anhand einiger Schaubilder, dass hier mal eine Schule für die Kinder der Holzfäller stand und es ein ganzes Camp gab, in dem auch die Familien der Holzfäller lebten. Ausserdem erklärte er uns, die Bäume ringsum und welche Pflanzen noch auf den Bäumen wachsen. Leider fing es dabei an zu regnen. Aus einem leichten Nieselregen wurde plötzlich ein richtiger Regenguss, so dass wir uns schnell wieder zum Picknickplatz retteten. Als wir dann die Jacken aus dem Auto geholten hatten, hörte es auch schon wieder auf.



Dann hiess es für uns einen knapp 2 Kilometer langen Pfad durch den Regenwald zu absolvieren. Das war noch einmal eine Gelegenheit, wohl zum letzten mal, den Regenwald zu geniessen. Es ging immer an einem klaren Bach entlang und am anderen Ende wartete David auf uns, der mit dem Auto dort hin gefahren war.



Die letzte Station auf der Insel sollte der bekannte Lake McKenzie sein. Er ist bekannt für sein glasklares Wasser und man sollte 10 Jahre jünger werden wenn man drin badet. Erstmal schüttelte es uns nochmal richtig durch. Zum Glück haben wir keine Rückenprobleme. Aber es sollte sich lohnen.


Der See ist wirklich wunderschön und kristallklar. das Wasser war so ähnlich kalt wie das im Eli Creek vorher, etwa um die 20 Grad. Aber Baden musste ich natürlich trotzdem. Auch wenn das mit den 10 Jahren nicht so richtig funktioniert hat.



Wir hatten eine knappe Stunde Zeit am See, bevor es wieder hiess einsteigen und zurück zur Fähre. Am Fähranleger machte David dann noch einen kleinen Abstecher zu einem Lookout, wo es nochmal ein paar Kekse und ein Glas Sekt (für alle die keinen Marathon rennen wollten) zum Abschluss gab. Wir machten noch ein Gruppenfoto und da ich wusste, dass Alex Anwalt war, holte ich mir sicherheitshalber sein Einverständnis für die Veröffentlichung;-)



Auf der Fähre hatten wir Glück, dass wir gerade zum Sonnenuntergang ankamen und so noch eine Sunset Fahrt hatten. David setzte uns dann nach diesem tollen Tag wieder an unserer Wohnung ab und wir liessen uns am Abend noch ein Stück Rindsfilet auf dem heissen Stein schmecken.









Ja, wir sind mit so einem großen Bus gefahren und ordentlich durchgeschüttelt worden, Denn langsam fuhr der nicht. Die Stopps haben wir auch so gemacht, nur anders herum. Das richtet sich wohl danach wann Flut und Ebbe sind. Aber wir haben auch keinen Dingo gesehen. Für uns war es noch Fraser Island, den anderen Namen hat keiner gewusst.
Euch liebe Grüße und viel Spaß weiterhin.
🙂 Danke