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Nach Cape Hillsborough
21. August 2026
Mit ein bisschen Wehmut verliessen wir unsere schöne Wohnung in Airlie Beach, schon mit dem Wissen, dass unsere nächste Unterkunft wohl etwas weniger luxuriös sein würde. Die Strecke war heute sehr kurz. Das liess sich jedoch nicht anders einrichten, weil wir in Cape Hillsborough die bekannten Kängurus am Strand beobachten wollten. Dort gibt es allerdings nur Cabins auf einem Campingplatz und man muss mindestens 2 Nächte buchen. Das mussten wir so nehmen und dann in den folgenden Tagen ein paar mehr Kilometer einplanen.

Zuerst liessen wir uns aber ein feines Frühstück in einem Cafe am Hafen schmecken. Das diente auch als Sammelpunkt für eine der vielen Touren und wir beobachteten, wie die Leiterin alle ihr Teilnehmer zusammenholte und alle im Gänsemarsch losmarschierten. So wie wir gestern. Heute konnten wir es entspannter angehen.



Der erste Stopp war bei einem kleinen Wassefall mitten im Regenwald geplant. Von Airlie Beach aus mussten wir nur 35 km fahren. Allerdings zeigte sich hier, dass aktuell die trockenste Jahreszeit ist, denn der Wasserfall führte kaum Wasser. Ich sprang trotzdem mal ins Wasser und schwamm eine Runde. Es war ziemlich erfrischend.



Dann ging es los auf den Bruce Highway auf die relativ kurze Strecke.


Wir näherten uns dem kleine Ort Prosperine, wo wir noch kurz einkaufen wollten. Wir mussten mal wieder unsere Vorräte auffüllen. Die nächsten beiden Abende war selber kochen angesagt. Der Campingsplatz in Cape Hillsborough liegt mal richtig ab vom Schuss, da gibt es keine Restaurants oder ähnliches.
Schon von weitem sah man wieder die dicke Dampffahne der örtlichen Zuckerrohrfabrik. Wer hier nicht vom Tourismus lebt, der lebt vom Zucker.
Kurz nach Prosperine fiel Corin dann ein Tier am Strassenrand auf. Bei näherem Betrachten stellte sich heraus, dass es ein Emu war. Wir kehrten nochmal um, konnten aber nicht anhalten, daher konnten wir nur dieses leicht unscharfe Foto machen.


Dann wurde mal wieder die Gopro auf dem Auto montiert um die Strecke zu dokumentieren. Google Maps fand es eine gute Idee uns ca. 15 km über eine Gravel Road zu schicken. Naja um den Lack von meinem Renault muss ich mich nicht kümmern, der blättert eh schon überall ab.


Ausnahmsweise mal während der Receptionszeiten (die sind hier meist von 9 bis 1 Uhr besetzt) kamen wir auf dem Campingplatz an. Unsere “Luxus” Cabin war gross genug, aber leider nur leidlich sauber. Campingplatz ist halt doch was anderes als Luxusappartement in Airlie Beach. Preislich lag das aber nicht sehr weit auseinander.
Da wir schon so früh da waren, wollten wir auch noch ein bisschen laufen gehen. Es gibt einen bekannten Walk, den Cape Andrews Point track, der ein knapp 3 km langer Rundweg sein sollte. Allerdings hatten wir (ok ich) da was nicht richtig gelesen.

Jedenfalls machten wir uns auf den Weg und es ging erstmal ordentlich bergauf. Immer weiter über unebene und teilweise naturbelassene Steinstufen den Berg hoch.





Als erstes kreuzte mal eine kleine Eidechse unseren Weg. Nachdem die Stufen zu Ende waren ging es mal wieder durch dichten Regenwald. Wir haben aber noch nie Mücken oder Fliegen im Regenwald gesehen, daher ist das wirklich schön durch diesen Wald auf dem sicheren Weg zu laufen. Man möchte aber nicht mal einen Meter nach links oder rechts gehen, denn alle Pflanzen sehen stachlich oder giftig aus, auch wenn sie wunderschön sind.


An einem Outlook entdeckte Corin dann im Wasser grosse Schildkröten. Bis jetzt hatten wir ja nur die kleinen gesehen, aber die hier waren wirklich gross. Eigentlich hätten wir die gern beim Schnorcheln gesehen. Aber hier konnten wir sie auch gut beobachten. Sicher eine halbe Stunde schauten wir ihnen zu, bevor wir weiterzogen. Für ein richtig gutes Foto waren sie leider zu weit weg.
Dafür war dann die nächste Tierbegegnung umso näher. Plötzlich schrie Corin die vorne ging nämlich kurz auf und irgendwas huschte vom Weg auf den Baum neben ihr. Zum Glück blieb es dort sitzen und wir konnten es beobachten. Es war ein gut 1m langer Buntwaran. Er war genauso erschrocken wie wir und wir beobachteten uns eine Weile gegenseitig. Die können laut Gemini sogar bis zu 2m lang werden. Also war unser noch ein eher kleines Exemplar. Wir fanden ihn schon sehr gross.



Auch hier brauchten wir eine Weile um uns loszureissen. Danach kamen noch ein paar Lookouts und ein schöner Schmetterling und es wurde immer später.
Irgendwann konnten wir dann all die Höhenmeter vom Anfang wieder nach unten machen und kamen beim Strand an. Von hier aus mussten wir nur noch ca. 200m dem Strand entlang zurück zu unserer Cabin laufen. Inzwischen hatte die Flut eingesetzt. Jetzt rächte sich, dass ich das Schild am Anfang vom Weg nicht richtig gelesen hatte. Da stand nämlich, dass man nur während Ebbe am Strand zurück laufen kann. Es gibt eine Stelle mit Felsen die in den Strand ragen und da kommt man nicht mehr rum bei Flut. Wir liefen jetzt bis dorthin und ich checkte nochmal ob es nicht doch geht, aber keine Chance. Zum Glück wussten wir da noch nicht dass vor einer Woche an diesem Strand ein 3m Krokodil gesehen wurde. Aber das ist extrem selten. Jedenfalls standen wir jetzt blöd da. Corin hatte oben noch gesagt, wir sollten lieber umkehren, da sie das besser gelesen hatte, sich aber auch nicht sicher war. Jedenfalls blieb uns gar nichts anderes übrig, als statt 200m am Strand lang mehr als 2.5 km über den Berg und durch den Regenwald zurück zu laufen.



Jetzt wurde auch die Zeit zum Faktor. Es war mittlerweile fast halb 5. Um halb 6 würde die Sonne untergehen und im Wald wird es schon vorher dunkel. Und da im Dunkeln durchzulaufen, darauf hatten wir gar keine Lust. Also ging es notgedrungen wieder los. Aber wie das so ist, wenn man keine Wahl hat, dann geht es besser als man denkt. Wir stiegen schnell die ganzen Stufen wieder hoch und marschierten dann den Weg so schnell wie möglich zurück. Nach kurzer Zeit kamen uns sogar noch zwei ältere Damen entgegen und ich brauchte einen Moment um sie davon zu überzeugen umzukehren. Sie wollten eigentlich zum Strand. Sie hatten grosses Glück, dass sie uns getroffen haben, sie hätten es sonst nie im hellen zurück geschafft. Wir marschierten jedenfalls weiter und kamen um kurz nach fünf erleichtert wieder am Campingplatz an.

Nach diesem Gewaltmarsch waren wir ordentlich hungrig. In Australien ist Fleisch relativ günstig und sehr gut, deshalb hatten wir uns nochmal was für den Grill gekauft. In ganz Australien findet man öffentliche Grillstellen, die alle sehr sauber sind. Sie sind gratis und funktionieren mit Gas. Man drückt einen Knopf und nach 5-6 Minuten ist die Platte aufgeheizt. Nach 20 Minuten wird das ganze automatisch ausgeschaltet. Wir hatten eine dieser Grillplatten direkt vor unserer Cabin.


Wir sassen dann noch etwas draussen und genossen den Abend bei einem Glas Wein. Auch hier wieder keine Mücke oder ähnliches. Neben dran war eine Familie mit Kindern und die Jungs zeigten immer ins Dunkle und redeten was von einem Oppossum. Wie sich herausstellte, hatten sie ein Possum gesehen (Opossums gibt es in Amerika). Wir beobachten es eine Weile. Heute hatten wir wirklich viel gesehen.









Hallo ihr beiden.
Tolle Erlebnisse und Beobachtungen. Wir haben eigentlich immer mal gerne in den Cabins auf den Campingplätzen übernachtet. Man ist da immer mehr in der Natur und kann sehr gut Vögel beobachten. Einmal kamen die Kakadus sogar auf unsere Terasse und wir haben sie gefüttert, legt mal ein paar Brotkrumen aus.
Da waren keine Kakadus, aber wir haben sonst schon viele gesehen.