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Von Nambucca Head nach Newcastle
31. August 2026
In dieser Nacht ist es das erste mal spürbar kühler geworden. Wir sind nicht mehr in den Tropen und hier ist im Moment erst Frühling. Am Morgen waren dann knapp 10 Grad und sehr gut isoliert sind diese Eisenbahnwaggons nicht. Die Eigentümer hatten im Kühlschrank etwas Frühstück für uns bereit gelegt, so dass wir nicht mit leerem Magen los mussten. Frühstück hatten wir bis jetzt nur in einem Hotel. Wir kennen das so überhaupt nicht, denn in Amerika war Frühstück meistens dabei. Endlich konnten wir auch mal Vegemite probieren. Für die Australier ist dieser Brotaufstrich Kult, aber wir haben auch schon mehrmals gehört, dass er schrecklich schmecken soll. Wir trauten uns und probierten ein wenig. Der Geschmack erinnerte irgendwie an sehr salzige Melasse. Das überlassen wir lieber den Australiern.

Heute stand wieder viel auf dem Programm und so sassen wir um halb Acht bereits wieder im Auto und steuerten unser erstes Ziel an, das Sea Acres Rain Forest Center. Damit hatten wir auch schon die ersten 130 km geschafft. Da das Frühstück in unserem Eisenbahnwaggon etwas klein ausgefallen war, gönnten wir uns im Cafe des Centers nochmal eine kleine Stärkung, Corin hat sich für frische Scones entschieden und ich nahm das Organgenbrot. Leicht angetoastet schmeckt es sehr gut. Corin hat es in der Bananenbrot Variante oft zum Frühstück gegessen.
Das Sea Acres Rainforest Center bietet einen Boardwalk durch den Regenwald. Schon wieder? Und dann noch Eintritt zahlen für etwas dass wir jetzt schon öfter gesehen haben? Ja! Es hat ich auf jeden Fall gelohnt.


Das besondere ist hier, dass man ein oder zwei Meter über dem Boden läuft. Der Regenwald an sich ist hier viel weniger dicht und bedrohlich als der, den wir im Daintree und auch danach gesehen haben. Allerdings sieht man dadurch etwas weiter in den Wald hinein. Die Vögel bieten ihr Konzert und man entdeckt immer wieder welche in den Ästen.



Jeder Pfosten des Boardwalks hat eine Nummer und nach kurzer Zeit kam uns eine junge Frau entgegen, die meinte bei Pfosten 107 sei links eine grosse Eule zu sehen. Wir hielten also Ausschau nach besagtem Pfosten und tatsächlich sass nicht weit vom Weg eine riesige Eule in einem Baum. Sehen konnten wir sie nur von hinten, aber wir waren sehr dankbar für den Hinweis, denn sonst wären wir sicher vorbei gelaufen. So eine schlafende Eule raschelt ja nicht mal.

Was man hier auch sehr gut beobachten konnte, waren die Würgefeigen.
Würgefeigen beginnen ihr Leben als winzige Samen, die von Vögeln oder Fledermäusen in den hoch gelegenen Astgabeln von Trägerbäumen hinterlassen werden. Von dort aus wachsen sie zunächst als Epiphyten harmlos im Baumkronenbereich und strecken lange Luftwurzeln in Richtung des Erdbodens aus. Sobald diese Wurzeln den Nährstoffreichen Boden erreichen und verankert sind, nimmt das Wachstum der Pflanze extrem an Fahrt auf. Die Wurzeln verzweigen und verdicken sich zusehends, bis sie den Stamm des Wirtsbaums wie ein dichtes, hölzernes Netz vollständig umschließen. Schließlich nimmt das Blätterdach der Würgefeige dem Trägerbaum das Sonnenlicht und die Wurzeln konkurrieren um Nährstoffe, woraufhin der innere Baum langsam abstirbt und oft nur noch ein hohler Feigenstamm zurückbleibt.





Kurz bevor wir die Runde vollendet hatten, hörten wir dann wieder ein Rascheln und entdeckten einen Buntwaran. So einen hatten wir schon in Cape Hillsborough gesehen. Aber es ist eben immer wieder faszinierend.


Wieder haben wir zu viel Zeit gebraucht als geplant, aber das war es Wert. Wir fuhren jetzt aber schnell weiter zum Tracking Point Lighthouse. Der war nur knapp 2 Kilometer vom Rainforest Zentrum entfernt. Ein kleiner hübscher Leuchtturm an einem wiederum grandiosen Strand. Hier durfte auch meine Drohne mal wieder fliegen.








Das war aber nur der Auftakt zum Thema Strand und Leuchtturm. Jetzt fuhren wir weiter zum Seals Rock. Auch ein bekannter Leuchtturm mit einem schönen Strand. Wir fuhren auch immer wieder durch Koala Zonen. Hier stehen nicht die berühmten gelben Känguru Schilder sondern die mit Koalas drauf. In der Zone darf man nur 40 fahren und wie bei uns wird die eigene Geschwindigkeit mit einem grünen oder roten Smiley gekennzeichnet. Allerdings hier in Koalaform.

Bis zu unserem nächsten Ziel galt es jetzt nochmal 160km zu fahren. Am frühen Nachmittag kamen wir dann am Number One Beach an. Hier wollte ich mal wieder ins Wasser springen. Das ist eine geschützte Bucht und angesichts anderer Leute die dort badeten, schien es auch sicher zu sein.





Dank eines guten Timings gelang mir mit meiner Gopro dieses Foto. Mein Kopf ist schon halb in der Welle, die grade über mir zusammenschlägt. Ich fand es gut getroffen. Das Shark Bite Kit entdeckten wir erst hinterher. Ich frage mich was da drin ist. Ein Pflaster um die Wunde abzukleben?


Vom Number One Beach war es nur noch ein kurzes Stück zum Parkplatz des Seal Rock Leuchtturms. Von hier aus führt ein Weg direkt zum Leuchtturm.

Wenn man am Leuchtturm ankommt, muss man sich erstmal wieder kneifen, so schön ist das. Der Leuchtturm steht auf einer Halbinsel uns ist vom Wasser umgeben. Bevor man ankommt, sieht man auf einer Seite einen Felsspalt durch den das Wasser vom anstürmenden Meer rein donnert. Dann läuft man zum Leuchtturm hoch und ist wieder überwältigt von der Schönheit dieser Landschaft.









Wir haben inzwischen ja auf unseren Reisen schon viele Leuchttürme gesehen, dieser hier gehört sicher zu den schönsten. Nicht der Leuchtturm an sich, sondern das Gesamtbild. Dieser Ort ist einfach nur toll und man muss sich einfach etwas Zeit nehmen.



Irgendwann mussten wir dann aber doch weiter und rissen uns los um die nochmals 140 km nach Newcastle in Angriff zu nehmen. Einen obligatorischen Kaffe Stopp noch und dann ging es weiter. In Newcastle hatten wir ein Zimmer im Crystalbrook Kingsley gebucht. Einem runden Hotel, eine Art Turm. Von dort liefen wir am Abend noch zum modernen Hafen mit vielen Restaurant und liessen uns eine Holzofen Pizza schmecken.



Der erste Eindruck von Newcastle war sehr positiv. Eine sehr moderne Stadt mit einer grossen Uni. Jetzt waren unsere Akkus nach diesem wieder sehr schönen und langen Tag mit gut 400km aber leer.




