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Sonnenaufgang am Uluru
10. August 2026
Wider Erwarten konnten wir trotz Jetlag sehr gut schlafen und wurden dann heute morgen um kurz nach fünf vom Wecker geweckt. Heute ging es zum Sonnenaufgang an den Uluru. Schnell sind wir wieder im Roadtrip Modus: einer schmiert Brote, der andere packt Wasser und Snacks ein, denn Frühstück gibt es unterwegs. So kamen wir sehr pünktlich um 5:45 Uhr los. Sonnenaufgang ist 7:24 Uhr. Womit wir nicht gerechnet hatten: es war nicht nur kalt, sondern so kalt dass unser Auto gefroren war. Und ein Eiskratzer gehört hier nicht zur Ausstattung bei Mietwagen. So musste dann meine TCS Karte und ein Taschentuch reichen. Das funktionierte überraschend gut und wir kamen schnell los.
Den Weg in den Nationalpark kannten wir ja schon, allerdings ging es heute zum Sunrise View Point. Nach ca. 20 Minuten Fahrt waren wir auf dem Parkplatz, auf dem es noch genügend Platz gab. Ein kurzer Fussmarsch und wir standen wieder vor diesem eindrücklichen Felsen. Das Licht vor dem Sonnenaufgang ist auch schon sehr schön und es ergibt sich eine spezielle Atmosphäre, die immer bei Sonnenaufgängen an schönen Orten entsteht. Alle reden gedämpft, warten auf den grossen Augenblick wenn die Sonne aufgeht. Und ein paar kommen immer fünf Minuten zu spät :D.
Nach dem kalten Sonnenuntergang gestern abend, waren wir noch etwas besser gerüstet mit Handschuhen und Kappe, aber kalt war es trotzdem.



Langsam wurde es immer heller und sowohl in Richtung Uluru als auch in Richtung Sonne sah es wunderschön aus. Da wir uns schwer tun die Bilder auszusuchen, kommen jetzt alle in einer Galerie, für die die es sich anschauen wollen 😉
Was für ein schöner Start in den Tag. Obwohl wir sagen müssen, dass der Sonnenuntergang am Abend vorher noch etwas schöner war. Die Farben waren kräftiger und irgendwie war es intensiver. Jetzt holten wir uns am Visitor Center erstmal einen Kaffee und genossen unser Frühstück. Im warmen Auto und mit den ersten Sonnenstrahlen konnten wir uns jetzt auch etwas aufwärmen. Bei 2 Grad eine Stunde stehen, da wird einem schon kalt.


Der Base Walk – 10 km um den Uluru
Nach dieser Stärkung und aufgewärmt starteten wir unseren Base Walk. Der Weg führt in gut 10 km einmal um den Uluru. Inzwischen war die Sonne voll da und es wurde immer wärmer, also so ca. 13 Grad. Wenn man aber bedenkt, dass man den Weg im australischen Sommer nur bis 11 Uhr begehen sollte, weil es sonst wegen der Hitze zu gefährlich wird, ist es so doch deutlich angenehmer. Da nimmt man eine Jacke doch in Kauf.
Bevor wir los liefen, hatten wir den ersten Kontakt mit der australischen Tierwelt. Aber nicht mit den Tieren, an die man automatisch denkt, sondern es waren Kamele die wir dort auf der anderen Strassenseite sahen.
Der Weg ist sehr breit und ohne Anstieg, dadurch sehr gut zu bewältigen. Man muss ihn nicht mal laufen, es kamen uns sehr viele mit Fahrrädern entgegen und Segway Touren wurden auch angeboten. Es hatten aber alle schön Platz.

Obwohl man es im ersten Moment nicht vermutet, beherbergt das australische Outback heute die weltweit größte Population wild lebender Dromedare. Ihre Geschichte begann im 19. Jahrhundert, als britische Siedler Tausende der Tiere sowie afghanische Kamelführer importierten, um die unwegsame und extrem trockene Wüstenlandschaft zu erschließen. Dank ihrer außergewöhnlichen Ausdauer spielten die Kamele eine Schlüsselrolle beim Bau von Telegrafenleitungen, Eisenbahnstrecken und der Versorgung entlegener Siedlungen. Als in den 1920er-Jahren Autos und LKW den Transport übernahmen, wurden die Tiere schlichtweg nicht mehr gebraucht und in die Freiheit entlassen. Mangels natürlicher Feinde und begünstigt durch das ideale Klima vermehrten sie sich in den folgenden Jahrzehnten rasant zu einer riesigen Wildpopulation von mehreren Hunderttausend Tieren. Heute stellen die verwilderten Dromedare jedoch ein ernstes ökologisches Problem dar, da sie immense Mengen Wasser verbrauchen, sensible Wasserlöcher der Aborigines zerstören und seltene Wüstenpflanzen kahl fressen. Um das empfindliche Ökosystem und die Infrastruktur im Outback zu schützen, müssen die Bestände von staatlicher Seite regelmäßig reguliert werden. Gleichzeitig haben die Tiere aber auch einen festen Platz im australischen Tourismus gefunden, wo geführte Kameltouren bei Sonnenuntergang zu den absoluten Highlights gehören. Sogar im Export spielen sie eine überraschende Rolle: Australien liefert heute hochgeschätzte Zucht- und Rennkamele zurück in den Nahen Osten. So wandelten sich die einstigen Helden der Wüstenerschließung von ausgemusterten Nutztieren zu einer faszinierenden, aber herausfordernden Eigenheit Australiens.



Der Base Walk beginnt dort, wo früher der Aufstieg zum Uluru war. 2019 wurde das Gebiet den Aborigines zurückgegeben und der Aufstieg auf den für sie heiligen Berg wurde verboten. Auf bestimmten Abschnitten der Wanderung durfte man auch keine Fotos machen, da bestimmte Gesteinsformationen heilig sind. Es gab aber mehr als genug zum Fotografieren, so dass das nicht störte. Dass man es respektiert, versteht sich von selbst.




Wir genossen diesen Weg sehr. Man entdeckte immer wieder andere Seiten dieses Berges. Es ist sehr faszinierend sich immer wieder Einzelheiten anzuschauen und man staunt, was die Natur so alles vollbringt. Mindestens ebenso schön und abwechslungsreich wie der Uluru ist die Pflanzenwelt. Immer wieder gibt es die sehr hübschen Sträucher mit kleinen gelben Blüten. Dann standen plötzlich überall Gräser mit einer schöne Blüte, die an Pfeiffenputzer erinnert. Dann ist auf einmal alles violett. Immer wieder anders und schön.





So vergehen Zeit und Weg relativ schnell und obwohl man drei Stunden braucht für die ganze Runde, hatte man nie das Gefühl, dass es langweilig wird oder man endlich wieder zum Auto kommen möchte. Kurz vor Schluss machte der Weg noch einen Abstecher zu einem Wasserloch. Durch dichte Bäume ging es bis zum Wasserloch, von dem man einfach wieder steht und staunt, wie schön die Natur doch ist.





Sonnenuntergang am Kata Tjuta
Nach dieser Wanderung waren wir ziemlich kaputt und genossen es uns mal 2 Stunden im Resort auszuruhen. Dann brachen wir auf in Richtung Kata Tjuta oder die Olgas, wo wir den Sonnenuntergang beobachten wollten. Vorher machten wir uns aber unser Z’Nacht fertig. Zu den Olgas fährt man ca. 45 Minuten. Es geht wieder in den Nationalpark, dann einmal abbiegen und dann 40 km gradeaus. Immer wieder kann man vor sich die massiven Olgas sehen. Die Felsen sind höher als der Uluru und strahlen wirklich eine gewisse Magie aus mitten in der Wüste.

Kata Tjuṯa auch als „The Olgas“ bekannt, ist eine beeindruckende Gruppe aus 36 riesigen, domartigen Konglomerat-Felsformationen mitten im australischen Outback. Der Name entstammt der Sprache der einheimischen Anangu und bedeutet übersetzt „viele Köpfe“. Zusammen mit dem benachbarten Uluru gehören die bis zu 546 Meter hohen Felsen zum UNESCO-Weltkulturerbe und besitzen eine tiefgründige, spirituelle Bedeutung für die indigenen Anangu, die dort seit Jahrtausenden heilige Zeremonien abhalten. Besucher können die gigantischen, tiefroten Felsspalten und Schluchten auf spektakulären Wanderwegen wie dem bekannten Valley of the Winds Walk hautnah erkunden. Vor allem im Licht der Auf- und Untergänge erstrahlt die gesamte Formation in leuchtenden Schattierungen und bildet ein unverzichtbares Gegenstück zum Monolithen Uluru.


Es gibt auch bei den Olgas einen ausgewiesenen Sunset Parkplatz. Es war nicht sehr voll und wir fanden problemlos Platz. Nach einem kurzen Weg gesellten wir uns zu den anderen, die sich auf den Sonnenuntergang freuten und genossen erneut das Schauspiel. Beschreiben kann man es nicht und die Fotos bringen nur einen Teil der Magie rüber. Es war wirklich magisch und unvergesslich. Im Gegensatz zum Sunset am Uluru ist es hier ein bisschen familiärer. Nur ein Bruchteil der Leute von gestern waren hier. Was man jedoch überall sieht sind grosse schwere Jeeps mit Funkantennen, Frontfängern (riesige Stossstangen) und einem zum “Schnorchel” umfunktionierten Auspuff für Wasserdurchfahrten, sowie Dachzelt. Das sind oft junge Leute, die monatelang im Outback unterwegs sind und das Leben geniessen. Schön wenn man es so machen kann.
Es war wahnsinnig schön und wir haben dieses Erlebnis sehr genossen. Danach genossen wir im Auto unser vorbereitetes 5 Gang Dinner (Sandwich, Beef Jerky, Pepper Balls, Nüssli und Gurken) und stellten fest, dass es in keinem Restaurant jetzt besser sein könnte.


Auf der Rückfahrt konnten wir uns nicht satt sehen an den Farben, die der Himmel uns bot. Ein Sonnenuntergang in der australischen Wüste ist wirklich etwas magisches. Einfach nur schön. Uns kam auch während der ganzen Fahrt kein Fahrzeug entgegen, so das wir ganz alleine waren mit diesem fantastischen Farbenspiel.

Nachdem wir wieder im Resort angekommen waren, blieb uns nur ein bisschen Zeit, bevor uns der Bus abholte. Der letzte Programmpunkt heute war das Field of Lights.
Das Field of Light am Uluru ist eine weltweit bekannte Installation des Künstlers Bruce Munro, die die Wüstenlandschaft bei Einbruch der Dunkelheit in ein magisches Meer aus Licht verwandelt. Mehr als 50.000 sanft glimmende, solarbetriebene Stängel mit Faseroptik erstrecken sich über eine Fläche von gut sieben Fußballfeldern. Vor der dunklen Silhouette des Uluru erwachen die kunstvollen Lichtblüten in sanft wechselnden Farben zum Leben und spiegeln die Stille des Outbacks wider. Ursprünglich nur als temporäre Ausstellung gedacht, fasziniert das Spektakel Besucher aus aller Welt inzwischen dauerhaft im Ayers Rock Resort. Bei nächtlichen Touren wandert man auf schmalen Pfaden mitten durch das leuchtende Farbenmeer unter dem klaren Sternenhimmel der Südhemisphäre.
Superpünktlich hielt der Bus vor unserem Hotel und da wir die Letzten waren, ging es ohne Stopp zum Ausgangspunkt. Es war nur eine 10 minütige Fahrt. Zum Field of Lights darf man nur mit einer gebuchten Bustour fahren. Schon beim Aussteigen überblickt man das Field of Lights. Es gibt einen kurzen und einen langen Weg durch das Gebiet und man hat ca. 40 Minuten Zeit um am Ende des Weges wieder in den Bus zu steigen. Auch hier kann man nur wieder sagen, dass es eine sehr gelungene Attraktion ist. Alles ist sehr ruhig und andächtig und man geniesst dieses Farbenspiel in absoluter Dunkelheit ringsherum. Darüber leuchten die Sterne der südlichen Hemisphäre und sehr deutlich die Milchstrasse. Auch wenn man kein Sternen Kenner ist, erkennt man, dass die Sterne hier anders sind als bei uns auf der nördliche Halbkugel. Ein absolut faszinierendes Schauspiel und ein mehr als gelungener Tagesabschluss.





















Lieber Thomas und liebe Corin,
Mit großem Interesse verfolgen wir eure Reisebeschreibung. Wann kommst du denn dazu, das Erlebte so eindrucksvoll zu schreiben? Wir fühlen uns sehr an unsere Reise zum Uluru vor 21 Jahren erinnert. Die Farben beim Sonnenauf- und -Untergang sind phantastisch. Was es damals noch nicht gab, war das Lichterfeld. Eine Attraktion mehr. Wir erinnern uns allerdings noch an die Kälte am Morgen und in der Nacht. Aber das wird in der nächsten Zeit sicher anders auf eurer Reise
Ich freuen mich jedenfalls schon auf den nächsten Bericht.
Liebe Grüße von
Gitti und Steffen
Liebe Gitti, lieber Steffen, danke für eure Rückmeldung. Wir freuen uns sehr wenn ihr mitlest. Die Berichte schreibe ich am Abend ud Corin liest dann auch noch mal und ergänzt. Die Kälte haben wir inzwischen hinter uns gelassen.
Lieber Gruss
Corin und Thomas