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Von Port Douglas nach Mena Creek
16. August 2026
Bis jetzt sind wir insgesamt etwas mehr als 300 km Auto gefahren in gut einer Woche. Etwas wenig für einen Roadtrip. Nach all den tollen Erlebnissen freuten wir uns, dass es jetzt mal los ging. Unsere heutige Route führte uns von Port Douglas aus in die Atherton Table Lands und in einem weiten Bogen um Cairns herum zu unserer Unterkunft, dem Mena Creek Flower House.
Obwohl der August der trockenste Monat ist, war für heute durchwachsenes Wetter angesagt und das merkten wir auch bald.
Die Strecke führte uns zunächst mal in die Berge. Durch den Regenwald ging es immer höher und fing dann auch immer wieder an zu regnen. Danach schien dann aber bald wieder die Sonne. Die Gegend durch die wir fuhren war ziemlich abwechslungsreich. Nach dem Regenwald kamen wir auf eine Art Hochebene und sahen dann am Strassenrand sehr viele Obstplantagen. Das sind die Atherton Tablelands

Die Atherton Tablelands bilden das saftig grüne Hochland direkt westlich von Cairns und verzaubern durch ihre angenehm kühlen Temperaturen sowie eine abwechslungsreiche Landschaft. Auf rund 600 bis 1.100 Metern Höhe treffen weitläufige Vulkanlandschaften mit Kraterseen wie dem Lake Barrine auf uralte Regenwälder und idyllische Wasserfälle. Die Region ist weltweit bekannt für den berühmten Waterfall Circuit, der fotogene Kaskaden wie die Millaa Millaa Falls miteinander verbindet, sowie für gigantische Würgefeigen wie den beeindruckenden Curtain Fig Tree. Neben unberührter Natur gilt das Plateau als kulinarisches Herzstück Far North Queenslands, wo Besucher auf lokalen Märkten, Kaffeplantagen und Käsereien frische regionale Produkte genießen können. Tierliebhaber kommen ebenfalls auf ihre Kosten, denn die klaren Flussläufe und kühleren Wälder bieten ideale Bedingungen, um seltene Schnabeltiere und Baumkängurus in freier Wildbahn zu beobachten. Mit ihrer perfekten Mischung aus Naturwundern, Panoramastraßen und Erholung ist die Hochebene ein ideales Ziel für einen Tagesausflug oder eine mehrtägige Entdeckungstour ab der Küste.

Irgendwann kam ein Reklame Schild für eine Mango Winery, dass wollten wir uns mal anschauen. Wir fuhren also von der Hauptstrasse ab und in Richtung der Winery. Auf halbem Weg stellten wir jedoch bei Google Maps enttäuscht fest, dass heute (Sonntag) geschlossen war. Da wir aber schon auf halbem Weg waren, dachten wir, wir fahren trotzdem mal hin. Man fuhr schon lange bevor man zur Winery kam an langen Reihen mit Mango Bäumen vorbei. Sie scheinen ja hier wirklich alles selber anzubauen. Und manchmal muss man einfach Glück haben. Es stellte sich raus, dass doch offen war. Wir waren die einzigen Kunden und plauderten ein bisschen mit der Verkäuferin. Dabei konnten wir ihre Weine und Liköre probieren. Der Wein schmeckt wirklich gut. Es gibt ihn in Dry, Medium und Sweet und der Mango Geschmack ist eher dezent. Ausserdem hatten sie noch sehr guten Mango Likör. Wir haben jedenfalls die Gelegenheit genutzt und was gekauft.




Jetzt ging es zurück in Richtung Hauptstrasse und weiter nach Atherton. Dort war unsere erste Chance Schnabeltiere zu sehen. Es gibt extra eine Platypus Viewing Plattform. Allerdings haben wir da gar nichts gesehen. Wir waren auch die einzigen die dort ins Wasser schauten, so dass wir angesichts unseres restlichen Programms weiter fuhren. Malanda war einer der letzten grösseren Ort heute und so nutzen wir die Gelegenheit noch für einen Besuch im Supermarkt. Gar nicht so einfach, dass in einer halben Stunde zu schaffen, wenn es so viele interessante und unbekannte Produkte gibt.

Nur einige Kilometer weiter stoppten wir dann an einem weiteren Platypus Viewing Point. Ausser schönem Bambus haben wir aber auch dort nichts gesehen. Das Gemeine ist, dass uns andere Touristen gesagt haben, sie hätten sie gesehen und auch genau gezeigt haben wo. Aber in den 20 Minuten die wir dort verbrachten konnten wir nichts entdecken. Naja man kann nicht immer Glück haben.


Die nächste Attraktion liegt ja grad um die Ecke, sprichwörtlich. Von dem Platypus Spot mussten wir nur einmal links abbiegen und noch 4 km fahren bis wir zum Curtain Fig Tree kamen. Wir hatten gestern schon einen grossen Feigenbaum gesehen und ich dachte der sei jetzt einfach noch etwas grösser. Aber was uns da erwartete, war noch mal eine ganz andere Situation. Man steht einfach mal wieder da und staunt, was die Natur mit viel Zeit alles vollbringt. Der Baum ist so gigantisch, dass man gar nicht alles auf einmal erfassen kann. Er besteht nicht aus einem Stamm sondern aus sehr vielen dünnen Stämmen, die sich weit verbreiten.


Ringsherum führte ein Boardwalk, so dass man diesen schönen Baum von allen Seiten bewundern konnte. Wirklich ein tolles Erlebnis, dass man sowas sehen kann. Obwohl wir schon Mammutbäume, Octopus Trees usw. gesehen haben, ist es schön, dass es immer noch Neues gibt, dass einen überrascht und begeistert.
Nach diesem tollen Erlebnis gab es erstmal Mittagessen. Da wir oft Abends essen gehen und Mittags auch nicht so viel Essen, machen wir uns meistens was zum mitnehmen. Das schont auch etwas die Reisekasse und schmeckt trotzdem sehr gut.


Frisch gestärkt machten wir uns auf nach Malanda. Hier sollte es auch was besonderes geben, nämlich Baumkängurus. Die leben wirklich in den Bäumen sehr weit oben und sind entsprechend auch nicht einfach zu entdecken. Aber hier ist immer auf andere Touristen Verlass. Wenn einer mal eins entdeckt hat, dann zeigt er es einem anderen und der dem nächsten und so steht immer einer da und schaut hoch. So war es auch hier, schon als wir auf den Parkplatz fuhren. Hier hat uns dann das Fernglas gute Dienste geleistet. So konnten wir das Känguru gut beobachten, dass sehr weit oben in einem Baum sass und schlief. Es wachte immer mal wieder auf und bewegte sich ein bisschen, aber nie so, dass man eine gute Chance auf ein Foto hatte. Das hier waren noch die Besten die ich machen konnte.
Wieder einmal hatten wir grosses Glück gehabt. Auch wenn man hier die beste Chance hat Baumkängurus zu sehen, ist es bei weitem nicht garantiert. Im Visitor Center holten wir uns dann noch ein paar Infos bei der netten älteren Dame die dort zuständig war und liefen dann zu den Malanda Falls und auch noch zwei kurze Runden durch den Regenwald. Das ist immer etwas unheimlich. Der Wald verschluckt einen sofort und es ist ziemlich dunkel. Eine laute Geräuschkulisse aus den unterschiedlichsten Vögeln begleitet einen und man traut sich wirklich keinen Zentimeter vom Weg runter. Allerdings haben wir bis jetzt nicht die kleinste Spinne im Regenwald gesehen. Angst muss man eher vor den Pflanzen haben. Zum Beispiel vor dem Stinger Tree. wir haben von jedem Guide hier davon gehört und die Schmerzen sollen unerträglich sein. Sie sieht nicht mal gefährlich aus und auch Kleidung schützt nicht.
Der Stinger Tree (Gympie-Gympie) ist die gefährlichste Pflanze des australischen Regenwaldes und sieht mit seinen großen, herzförmigen Blättern recht unscheinbar aus. Bei der kleinsten Berührung dringen Millionen mikroskopisch kleiner Silizium-Nadeln in die Haut ein und injizieren ein hochwirksames Neurotoxin. Betroffene beschreiben den extremen Schmerz als eine Mischung aus Verätzung durch heiße Säure und Stromschlägen. Da die Glashärchen in der Haut verbleiben und das Gift chemisch sehr stabil ist, kann der Schmerz noch Monate später bei Kälte oder Druck aufflammen. Während einige heimische Beuteltiere und Insekten immun sind und die Blätter fressen, kann der Kontakt für Menschen und Haustiere zu schweren medizinischen Notfällen führen. Die effektivste Erste-Hilfe-Maßnahme ist das vorsichtige Entfernen der Härchen mittels Wachsstreifen oder Klebeband, ohne dabei an der Stelle zu reiben.






Hier gab es auch noch mal eine Chance auf Schnabeltiere (Platypus), aber da hatten wir wieder kein Glück. Dafür haben wir wieder jede Menge Schildkröten gesehen. Das Wetter war weiterhin durchwachsen. Es war einigermassen warm, aber fing immer mal wieder an zu regnen.


Das Highlight war hier aber ganz klar das Baumkänguru. Wieder ein Tier, das wir von unserer Wunschliste streichen konnten. Von Malanda aus ging es jetzt weiter in Richtung des Waterfall Circuit. Eine Rundstrecke, auf der innerhalb weniger Kilometer 3 Wasserfälle zu sehen sind. Davor stoppten wir aber noch in Millaa Millaa. Einem kleinen verschlafenen Dorf. Im Google hatte ich den Laden dort gesehen und er war auch gut bewertet, obwohl er nicht so aussah. Den wollte ich mir etwas genauer anschauen. Leider war er jedoch seit Mittag geschlossen. Der rustikale Charme war aber trotzdem zu sehen. In Millaa Millaa hatte aber auch alles andere zu. Es gibt noch zwei Cafes, beide geschlossen, so dass wir ohne Kaffee weiterfuhren.

Kurz nach Millaa Millaa kam dann der erste Wasserfall, die Millaa Millaa Falls. Ein sehr schöner Wasserfall, der aussieht wie designt, so schön ist er mit dem Regenwald ringsum. In dem Becken des Wasserfalls kann man gefahrlos schwimmen, was auch einige nutzten. Da sie es toll fanden unter dem Wassefall zu sitzen, mussten wir etwas warten für das perfekte Foto.


Nur ein paar Kilometer weiter kamen dann die Zillie Falls. Davon konnte man aber nur die obere Kante sehen. Auf die, als rutschig und schwierig zu gehen, beschriebene Wanderung zum Fuss des Wasserfalls hatten wir angesichts des wieder einsetzenden Regens keine Lust.
Den letzten Wasserfall, die Ellinjaa Falls schenkten wir uns dann ganz. Die Millaa Millaa Falls waren eh die schönsten auf dieser Runde.


Da nahmen wir lieber die letzten 65 Kilometer zum Paronella Park in Angriff. Unterwegs begegneten wir immer mehr Zuckerrohrfeldern und schon von weitem sahen wir auch den Rauch oder Dampf einer Zuckerfabrik. Die Zuckerfrabikanten haben sogar ein eigenes Eisenbahnnetz, aber dazu morgen mehr. Ein weiteres Phänomen, das uns aufgefallen ist, ist dass bei allen Kühen immer ein oder mehrere weisse Vögel nebendran stehen. Irgendwie müssen die voneinander profitieren. Gemini sagt dazu, dass das Kuhreiher sind, die die aufgeschreckten Insekten fressen. Die Insekten werden durch das Ziehen an der Grasnarbe aufgescheucht und sind dann leichte Beute für die Kuhreiher. Sie fressen aber auch Insekten direkt von der Kuhhaut, so dass beide profitieren.



Dann kamen wir endlich beim Paronella Park an. Der Paronella Park ist ein sehr spezieller Ort. Hier hat ein Spanier, der einen Lebenstraum hatte, diesen verwirklicht. Der Eintritt in diesen Park ist mit gut 30 Franken pro Person recht happig, allerdings könnte man dafür auch eine Führung mitmachen und irgendwas für den angeschlossenen Campingplatz wäre auch noch dabei gewesen. Wir tauchten aber selber in die Geschichte ein, Jose Paronella, wollte den engen ärmlichen Verhältnissen in Spanien entfliehen und ging nach Australien, mit dem Versprechen, seine zukünftige Frau nachzuholen, sobald er Geld hatte. Er fand Arbeit auf den Zuckerrohrfeldern und kaufte bald eine alte heruntergekommene Farm, die er auf Vordermann brachte und mit Gewinn verkaufte. Das tat er dann noch ca. 20x und nach 12 Jahren war er reich. Er ging nach Spanien zurück um seine Frau zu holen, die aber inzwischen schon einen anderen geheiratet hatte, da sie nichts mehr von ihm gehört hatte. Da heiratete er kurzerhand deren Schwester, nahm sie mit nach Australien und erfüllte sich den Traum dieser tollen Anlage in Form des Paronella Parks.
Der Paronella ParkKlicken zum Öffnen einer Seitenleiste mit weiteren Informationen ist eine faszinierende, verfallene Schlossanlage im spanischen Stil, die in den 1930er-Jahren von dem katalanischen Einwanderer José Paronella mitten im Regenwald erbaut wurde. Er erfüllte sich damit seinen Lebensraum-Traum und schuf ein Märchenreich mit Ballsaal, Bogenbrücken, Tennisplätzen und über 7.500 gepflanzten tropischen Bäumen. Zudem baute Paronella vor Ort das erste private Wasserkraftwerk Queensland am Mena-Creek-Wasserfall, um das gesamte Anwesen mit eigenem Strom zu versorgen. Trotz schwerer Naturkatastrophen wie zyklonbedingten Überschwemmungen und Bränden blieben die bewachsenen Ruinen erhalten und versprühen heute eine mystische, romantische Atmosphäre. Die Parkanlage steht mittlerweile unter Denkmalschutz und gilt als eine der meistprämierten Öko-Tourismus-Attraktionen in ganz Australien. Bei Tag wie auch bei der stimmungsvoll beleuchteten Nachtführung können Besucher die verträumte Geschichte dieser beeindruckenden Pionierleistung hautnah erleben.

Der Park ist heute verfallen und komplett ü¨berwuchert, aber man erkennt die einzelnen Gebäude noch. Das ganze verströmt eine ziemlich mystische Atmosphäre, vor allem bei diesem Wetter.




Wir sahen uns alles an und eine sehr informative App berichtete über das Leben und die Nachkommen von Jose Paronella. Dadurch wurde das alles sehr lebendig und man konnte sic gut vorstellen, wie es damals hier war.




Als wir zurück zum Eingang kamen, war es schon dunkel und es hatte wieder richtig angefangen zu regnen. Also machten wir uns auf zu unserer Unterkunft, die nur ein paar Kilometer weg war. Das Mena Creek Flowerhouse besteht aus 4 Bungalows mitten im Nichts.

Wir folgten dem Navi, dass uns immer weiter in die nasse Dunkelheit führte. Dann noch einmal abbiegen und wir standen vor unserem Bungalow. Es war Self Checkin angekündigt, das hiess: Der Bungalow ist offen und der Schlüssel liegt drinnen. Inzwischen schüttete es wirklich wie aus Kübeln. Wir flohen fast nach drinnen und waren froh um unsere wasserdichten Jacken. Ich räumte dann noch die wichtigsten Koffer aus und dann machten wir es uns erstmal gemütlich.

Da wir wussten, dass es hier draussen nichts gibt, wir aber einen Grill haben, hatten wir uns in Atherton zwei schöne Stücke Fleisch gekauft. Für Corin ein Rumpsteak und für mich ein T-Bone Steak, das nur gut 10 Franken gekostet hat. Zum Glück stand der Grill auf der überdachten Terrasse. Ich machte also den Grill an und grillte unser Fleisch. Das hat sehr gut geschmeckt. Auch wenn Australien nicht ganz günstig ist, Ein fettes gutes T-Bone Steak für gut 10 Franken macht da einiges wieder wett.



Es war sehr gemütlich in der trockenen Cabin, während der Regen aufs Dach prasselte und ringsum nichts als Dunkelheit herrschte. Allerdings war es an diesem Abend auch relativ kühl und in den Tropen ist man eher auf Klimaanlage eingestellt als auf Heizung. Als Decke gab es nur ein Bettlaken, so dass die Nacht dann etwas kühler ausfiel. Aber wir haben nach diesem langen ereignisreichen Tag trotzdem ganz gut geschlafen.
Auf nach Townsville
17. August 2026
Auch heute stand wieder einiges auf dem Programm, so dass wir um halb sieben aufstanden, uns einen Kaffee machten und dann aufbrachen. Nicht ohne zuvor die sehr schöne Umgebung der Cabin zu bewundern. Das Wetter war jetzt deutlich besser. So brachen wir mit Vorfreude auf diesen Tag auf. Wie gestern Abend schon durchfuhren wir unendliche Zuckerrohrfelder und auch Bananenplantagen. Jede einzelne Bananenstaude war eingepackt, vermutlich um Ungeziefer fernzuhalten oder das Wachstum zu beschleunigen.




Und schon wieder hatten wir Glück. Am Strassenrand sass unser erstes Känguru. Auch wenn es wohl ein Wallaby war, das zählt trotzdem. Wir waren zu schnell vorbei und machten nochmal kehrt um es in aller Ruhe zu fotografieren. So herzig.



Die Zuckrohrbahnen (Cane Railways oder Cane Trains) bilden ein tausende Kilometer einfassendes Schmalspurnetz, das vor allem die Küstenregionen Queenslands durchzieht. Dieses Schienennetz dient seit dem späten 19. Jahrhundert dem zügigen Transport der erntefrischen Zuckerrohrstängel von den Feldern direkt zu den Verarbeitungsmühlen. Da geschnittenes Zuckerrohr seinen Zuckergehalt rasch verliert, müssen die bis zu einen Kilometer langen Züge das Erntegut meist innerhalb von 12 bis 24 Stunden zur Mühle befördern. Während der Haupterntezeit zwischen Juni und Dezember prägen die oft knallgelben Diesellokomotiven und ihre langen Waggonreihen das Straßenbild entlang der Ostküste. Auf historischen Abschnitten, wie etwa der Australian Sugar Cane Railway in Bundaberg, werden die traditionsreichen Bahnen heute auch als Museumsbetrieb für Besucher genutzt. Für Autofahrer gilt in dieser Saison besondere Vorsicht, da die Trassen häufig ohne Schranken Straßen und Landstraßen kreuzen.
Von der Cain rail hatte Matt (unser Daintree guide) schon erzählt. Diese Schmalspurschienen gab es wirklich neben jedem Zurckerrohrfeld und ständig kreuzten sie die Strasse. Das scheint hier eine komplett eigene Welt zu sein, in der sich alles um Zuckerrohr und maximal noch Bananen dreht. Reich scheinen damit aber nur wenige zu werden. Die Dörfer in dieser Gegend wirken recht heruntergekommen. Wir hatten grade keine Taschentücher und so wollte ich in einem General Store, an dem wir grade in diesem Moment vorbeifuhren ein paar kaufen. Das war auch mal eine Erfahrung. So stelle ich mir die Läden um 1920 vor. Man kann es auch gut sortiert nennen, aber die Betreiberin muss ja genau wissen wer Klopapier kauft, wenn es das nur 1x gibt. Hoffentlich hab ich jetzt nicht irgendwem seine Taschentücher weg gekauft.



Dann ging es durch die endlosen Zuckerrohrfelder in Richtung unseres ersten Stopps. Das war der Laceys Creek walking track. Ein etwas mehr als 1 Kilometer langer Weg durch den Regenwald. Auch hier sollte man die Chance haben, Kasuare zu sehen. Wir sahen dieses mal leider keinen, aber nur schon nochmals dieses Erlebnis zu haben durch diesen dichten undurchdringlichen Regenwald zu laufen war schön.


So stiegen wir wieder ins Auto und fuhren zurück auf den Bruce Highway. Der führt die ganze Küste lang und wird uns noch eine Weile begleiten. Hier kommt man am schnellsten vorwärts. Man darf ihn sich aber nicht wie eine Autobahn vorstellen sondern einfach eine meist in jede Richtung einspurige Strasse. Höchstgeschwindigkeit ist 100 km/h. Der Highway führt zum Teil auch durch Orte und so kamen wir dann nach Cardwell. Dort gibt es eine Seebrücke, die Cardwell Jetty. Der Strand ist unglaublich schön. Es waren über 25 Grad und niemand war am Strand. Das hat einfach den guten Grund, dass das Ganze toll aussieht, aber gefährlich ist ohne Lifeguard. Im Moment gibt es zwar keine Quallen, aber Krokodile und Haie.




So holten wir uns noch einen Kaffee im Ocean Jetty Cafe und fuhren auf den Cardwell Lookout um uns die Küste von oben anzuschauen und unseren Kaffee dort zu geniessen.

Unser nächstes Ziel waren die Wallaman Falls. Dafür mussten wir nach Ingham und dann einen Abstecher von 50 km machen. Wie Wallaman Falls sind die höchsten dauerhaft Wasser führenden Fälle in Australien.
Auf dem Weg sahen wir jetzt mal voll beladene Wagen mit Zuckerrohr. Das wird ganz klein gehackt beim ernten.

Nachdem wir in Ingham den Bruce Highway verlassen hatten fuhren wir lange noch durch Zuckerrohr Land, dass dann irgendwann von eine Fläche mit kleinen Bäumen abgelöst wurde, auf der sehr viele Kühe grasten.

Dann ging es in den Regenwald und dabei auch bergauf. Ein Schild warnte vor dem steilen Anstieg und dass es für Wohnmobile und Anhänger nicht geeignet sei. Das war dann auch so. Die Strasse wand sich durch den Regenwald immer weiter nach oben. Ziemlich eng und mit vielen tiefen Schlaglöchern versehen. Allerdings muss man auch sagen, dass uns kaum mal ein Auto entgegen kam.

Wir waren trotzdem froh als wir oben waren und hofften nur, dass sich das gelohnt hatte. Das war dann aber schnell klar. Die Wallaman Falls sind sehr beeindruckend. 269m hoch und auch mit ordentlich Wasser drin. Ich nutzte die Gelegenheit und liess meine Drohne mal fliegen um den Wasserfall aus einer guten Perspektive zu fotografieren.


Jetzt ging es wieder die 50 km zurück nach Ingham. Der Rückweg war etwas einfacher, da wir es schon kannten und uns kam nur ein Auto entgegen. Das ist hier sehr angenehm. Von Massentourismus ist keine Rede mehr. Wir mussten noch nie einen Parkplatz suchen oder irgendwo anstehen. Im Gegenteil, meistens sind es nur ein oder zwei Autos die auf den Parkplätzen stehen. Bei den Wallaman Falls waren es ein paar mehr, aber die Leute haben sich so verteilt, dass wir nicht mehr als 4 oder 5 gesehen haben.

Zurück in Ingham fuhren wir noch zu den TYTO Wetlands. Einem künstlich, aber sehr schön angelegten Gebiet in dem viele Vögle heimisch sind. Wir hörten auch viele unterschiedliche Vögel. Hören ist aber nicht gleich sehen. Einen Vogel der in einem 20 Meter hohen Baum mit Blättern sitzt, sieht man nicht. Und wenn man dann mal einen sieht fliegt er weg bevor man ihn fotografieren kann. Ein paar haben wir aber doch “erwischt” und auch so hat es sich gelohnt durch diese schöne Anlage zu laufen.
Jetzt ging es aber endgültig in Richtung Townsville unserem heutigen Etappenziel. Ein letzter Stopp war noch beim Frosty Mango eingeplant. Ein bekannter Mango Eis Laden mit einer grosse Mango davor. Die Gelegenheit auch nochmal einen Kaffee zu trinken. Die etwas lustlose Bedienung machte mir einen Milchshake, der überhaupt nicht gut war. Eine Kugel Eis mit Milch ohne grossen Geschmack und auch das Mangoeis haute uns jetzt nicht aus den Socken. Dann machten wir das Selfie vor der Mango und wollten weiter fahren, da sah Corin wieder einen schönen Vogel auf einem Mast sitzen. Was für ein Glück, es war ein Kingfischer. Den hatte unser Guide Matt im Daintree den ganzen Tag vergeblich gesucht. Hier sass er. Ich rannte schnell zum Auto um die Kamera zu holen und konnte wirklich ein paar gute Bilder machen, obwohl wir doch ca. 30m entfernt waren.



Die letzten ca. 70 km nach Townsville spulten wir jetzt ohne weiteren Stopp ab und kamen gard zum Sonnenuntergang dort an. Unser Hotel war sehr schön, direkt am Wasser gelegen. Was ein bisschen komisch für uns ist, es ist hier für die Australier ja Winter, für uns fühlt es sich bei 25 Grad aber nicht so an. Das wirklich schicke Hotel hatte zwei Pools, einer schliesst um 17 Uhr der andere um 19 Uhr. Wir schafften es grad nochmal kurz in den zweiten Pool zu springen. Dann mussten wir schnell los zum essen, denn nach 20 Uhr wird das auch schon schwierig.


Das Restaurant in dem wir waren, war eine Art Burger Restaurant, aber sehr schön eingerichtet und auch das Essen hat sehr gut geschmeckt. Ein bisschen komisch war, dass ein Vogel im Restaurant rumlaufen durfte und niemand sich drum kümmerte. Er beobachtete uns genau, aber umsonst, denn von uns gabs nix.



Da hier die Quallengefahr ja sehr gross ist, heisst es immer überall mann soll sofort Essig über die Wunde giessen. Ich habe mich bevor wir hier angekommen sind immer gefragt ob die Leute alle prophylaktisch ne Flasche Essig dabei haben. Aber an jedem Strand gibt es in gewissem Abstand Stationen mit einer Flasche Essig, damit im Notfall sofort geholfen werden kann.











Seht euch das Schnabeltier im Zoo an. Ich kann mir nicht vorstellen es in freier Wildbahn zu beobachten, es ist scheu und außerdem sehr schnell. Ihr würdet es sowieso nur vorbeihuschen sehen. Noch viel Spass, auch bei euren Vogelbeobachtungen. Achtet auf den Kookaburra, den fanden wir am interessantesten. Er gehören auch zu den Eisvögeln, wie der Kingfisher.
Ja da wird uns wohl nichts anderes übrig bleiben, hier gibt es jetzt keine Beobachtungsstellen mehr auf unserer Route. Den Kookaburra haben wir auch schon gesehen, kommt im nächsten Bericht. Lieber Gruss
Die Warnschilder an den schönsten Stränden sind tatsächlich sehr bitter, vor allem für Jemandem, der ansonsten gerne in jedes Gewässer springt. Aber etwa ab dem Ort “1770” wird es besser und ab der Küste nördlich von Brisbane konnten wir ungestört baden. Hoffe nur, dass es dann noch warm genug ist. Weiter viel Spaß. Die Photos sind wirklich sehr gelungen.
Ja auf den Touren und beim Schnorcheln ging es ja gut mit Baden. Es ist ja zum Glück auch nicht so heiss, dass es unbedingt sein muss, obwohl wir auch schon die 30 Grad gekratzt haben. Lieber Gruss