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Die Whitsunday Islands
20. August 2026
Heute stand ein weiterer Höhepunkt unserer Reise an. Die Whitsunday Islands. Wir hatten uns für das Fly & Raft Paket entschieden. Vielleicht etwas blauäugig, aber dazu später. Zunächst hiess es wieder auf den Shuttle warten. Der holte uns direkt vor unserer Unterkunft pünktlich um halb 8 ab.

Wie der Name schon sagt waren ein Flug und eine Bootsfahrt geplant. So ging es zunächst zum nahe bei Airlie Beach gelegenen Flughafen. Der ist wohl nur für die Scenic Flights und sehr klein. Es kamen mehrere Busse an und nachdem wir die Rucksäcke und Taschen verstaut hatten, wurden wir auf die Flugzeuge aufgeteilt. Es gab fünf Maschinen und pro Maschine sieben Sitze (3 Doppelreihen und einer neben dem Piloten). Nach ein paar Erinnerungsfotos wurde uns der Platz zugeteilt (das Gewicht musste man beim Einchecken Online schon angeben) und es ging los. Ein bisschen komisch war uns schon zumute und vor allem Corin kostete es einiges an Überwindung. Vor nicht allzu langer Zeit hatte sie noch ziemliche Flugangst und jetzt mit so einer kleinen einmotorigen Maschine über das offene Meer. Das ist sehr mutig.





Aber die wunderschöne Szenerie zog uns sofort in ihren Bann. Nach ein paar Hüpfern und Wacklern nach dem Start war der Flug auch ziemlich ruhig für so eine kleine Maschine. Es war wunderschön die Inseln, Strände und Buchten aus der Luft zu sehen. Dieses klare blaue Wasser mit den grünen Inseln dazu.




Dann kamen wir zum Hill Inlet. Ein wunderschönes Bild mit einer Mischung aus Sand und dem blauen Wasser. Einfach einmalig schön. Der Pilot flog extra eine Schleife, damit wir von beiden Seiten aus diese Schönheit geniessen und natürlich auch fotografieren konnten.
Dann ging es eine ganze Weile übers offene Meer und irgendwann sah man eine Riffkante immer näher kommen. Das erkennt man an den sich brechenden Wellen. Als wir über die Riffkante flogen, ging der Pilot extra mit der Flughöhe auf ca.150 Meter runter, und das Wasser wandelte vom tiefen blau plötzlich in alle Arten von Türkis. Wirklich atemberaubend. Man kann gar nicht glauben, dass es so etwas schönes gibt. Es ist wirklich unbeschreiblich, man muss es wirklich erlebt haben. Selbst die Fotos fangen ja nur einen kleinen Teil ein. Nicht umsonst ist das Great Barrier Reef eines der sieben Weltwunder der Natur.



Der Höhepunkt war dann natürlich der Überflug über das berühmte Heart Reef. Auch hier flog der Pilot eine Schlaufe und zählte sogar einen Countdown, damit alle ready waren für das Foto.

Nach diesem wirklich berührenden Moment ging es jetzt gradewegs zurück zum Flughafen in Airlie Beach , wo wir nach insgesamt einer Stunde Flug sicher wieder landeten. Was für ein Erlebnis und jeden Dollar wert.




Jetzt ging es aber natürlich weiter. Wir wurden wieder auf Busse aufgeteilt und die Touristen die nur den Flug gebucht hatten, wurden zum Hotel gebracht, während wir weiter zum Hafen fuhren.
Dort wurde es dann leider etwas hektisch. Wir wurden einem Boot zugeteilt und es wurden Wetsuits (Neoprenanzüge) verteilt. Zum Anziehen und aufs WC gehen blieb aber keine Zeit, denn wir mussten sofort los. Das Boot wartete schon. Es war eine Art grosses Schlauchboot und hier hatten sie uns wieder, die chinesischen Touristen auf Pauschalreise. Von den ca. 30 Personen an Bord waren sicher 22 Chinesen. Die Crew bestand aus drei Personen und einer war ebenfalls Chinese und übersetzte immer noch alles auf Mandarin, da die meisten wirklich kein Wort Englisch konnten. Bis alles verstaut war und alle sassen, dauerte es einen Moment und dann ging es los. Das Boot ist ein Schnellboot, nicht sehr gross und entsprechend wild wurde dann auch die Fahrt. Das hatten wir irgendwie nicht so geplant oder uns anders vorgestellt. Jedenfalls ballerte der Bootsführer ordentlich los und das Boot sprang förmlich über die Wellen. Dank unserer Kwells Tabletten machte uns das aber nichts aus. Es machte sogar ein bisschen Spass. Allerdings dauerte es über eine halbe Stunde, in der man nichts sah ausser die anderen Touristen, was ein bisschen langweilig war.


Dann kamen wir an unserem Schnorchel Spot an. Da ich eh ohne Neoprenanzug schnorcheln wollte (das Wasser hatte ja 20 Grad wurde mir gesagt), war ich schnell ready und bevor die ganze Chinesen wussten wie mann die Taucherbrille anzieht und ob sie noch eine Poolnudel oder Schwimmweste nehmen sollten, war ich im Wasser. Der Schnorchel Spot war fast noch ein bisschen schöner als der erste den wir von Port Douglas aus hatten. Das Wasser vielleicht nicht ganz so klar, aber sehr viele Fische und bunte Korallen. Corin verzichtete dieses Mal aufs Schnorcheln, was ich sehr gut verstehen konnte. Das war alles etwas zu viel Hektik und Durcheinander. Wenn sich 30 Leute auf so einem kleinen Boot fertig machen und Durcheinander reden, dann kann man sich nicht in Ruhe aufs Schnorcheln konzentrieren. Vor allem wenn man eh nicht so gerne im Meer schwimmt. Dafür konnte sie dann das chinesische Theaterstück beobachten. Mehrmals haben die Guides drauf hingewiesen, auf englisch und auf Mandarin, dass es tief sei und man gut schwimmen können muss um 45 Minuten im Wasser zu sein. Ansonsten sollte man eine Poolnudel oder eine Schwimmweste nehmen. Das wollten dann wohl plötzlich doch alle. Eine Chinesin mussten sie dann gleich wieder aus dem Wasser ziehen, weil sie nicht schwimmen konnte. Eine andere haben sie dann extra noch gefragt, ob sie Schwimmen kann und sie meinte „a little“. Das war der Crew nicht genug und sie liessen sie nicht ins Wasser. Aber auch ein italienisches Paar schaffte es erst kurz vor Schluss in Wasser, weil es ihnen trotz Neoprenanzug zu kalt war.

So hatte auch Corin ihre Unterhaltung und ich hatte das Riff eine ganze Weile fast für mich. Ich schwamm möglichst weit weg vom Boot um das dann doch irgendwann jeden Menge Chinesen in Schwimmwesten trieben. Ich hoffe, sie konnten dann wenigstens mal die Taucherbrille ins Wasser stecken und was sehen. Man muss aber auch sagen, dass einige nachher ganz normal geschnorchelt sind und alles gut sehen konnten.
Nach 45 Minuten war es dann auch gut, ich hatte alles gesehen und irgendwann wird es doch kalt. So kamen alle wieder an Bord und es ging wieder los mit der wilden Fahrt. Nach 20 Minuten legten wir am Whitehaven Beach an. Ein unglaublich schöner, ewig langer weisser Strand. So wie man sich das vorstellt: Türkisfarbenes Wasser, weisser feiner Sand und dahinter grüne Palmen. Unglaublich schön. Hier gab es Lunch. Die Crew verteilte Pappboxen mit dem Essen drin. Wie auf der Schnorcheltour gab es gekochtes Hühnchen. Dieses mal mit Salat und Brot und man muss sagen, dass es wirklich gut geschmeckt hat. Mehr Möglichkeiten haben die Veranstalter dort wohl nicht, obwohl es auch eine Gruppe gab, für die ein Grill mit Würstchen bereit stand. Aber das Essen war wirklich gut und auch nicht so wichtig an diesem traumhaften Ort. Da keine Quallensaison ist, konnte man auch beruhigt baden gehen. Für Krokodile ist es zu weit draussen und für die Haie war es zu flach. Nach einer knappen Stunde ging es dann auch schon wieder weiter. Das ist ein Nachteil von so einer Tour, die alles an einem Tag macht. Es ist schon ein bisschen Anschauen und weiter. Man hat keine zwei oder drei Stunden Zeit. Aber in dieser einen Stunde hatten wir uns etwas vom Boot entfernt und auch mal ein bisschen Ruhe genossen.









Die nächste Fahrt dauerte nur 10 Minuten und wir gingen am Hill Inlet an Land. Dort waren wir am Morgen schon drüber geflogen und hatten diese Farbenspiel von oben bewundert. Jetzt wanderten wir den beiden Guides hinterher zum Lookout. Dabei teilten sich die Gruppe auf, während die Chinesen Tim dem Mandarin sprechenden Guide folgten, gingen wir anderen dem dritten Guide Amber, einer jungen Frau hinterher. In ordentlichem Tempo erklommen wir den Hügel bis zum ersten Lookout. Dort ist man natürlich nicht alleine. Sie achten auch sehr drauf, dass die Gruppe zusammen bleibt und keiner verloren geht. Insgesamt hatten wir dann aber genügend Zeit diesen Anblick nochmal zu geniessen. Wir konnten uns gar nicht satt sehen. Wir waren ja schon an vielen Orten. Am Grand Canyon, am Morraine Lake usw., aber ich glaube das war das Schönste das wir bis jetzt gesehen haben. Wirklich unglaublich was die Natur hier produziert hat. Und ein grosses Privileg, dass sehen zu dürfen, wenn man am anderen Ende der Welt lebt. Und hier muss man auch den Chinesen ein Kompliment machen, sie staunten genauso wie wir und machten die gleichen Fotos wie wir.

Bis zum letzten Moment kosteten wir das aus, bevor wir dann wieder los mussten. Der Abstieg war viel kürzer, da wir an einer anderen Stelle abgeholt wurden. Wir stiegen alle wieder auf unsere Plätze und dann ging es zurück in Richtung Airlie Beach. Diese Fahrt dauerte eine Stunde über das offene Meer. Wenn wir wenigstens was gesehen hätten, hätte es wahrscheinlich noch etwas mehr Spass gemacht. Es war noch etwas wilder als am Morgen, obwohl unser Bootsführer versuchte die Wellen nicht direkt zu nehmen. Das gelang ihm auch meistens, aber ab und zu flogen wir auch über eine Welle und schlugen entsprechend hart auf. Aber nichts, was irgendwie beängstigend gewesen wäre. Kurz vor dem Hafen fraget er in die Runde ob er noch ein bisschen Spass machen soll mit ein paar Kurven. Hat keiner verstanden, weil sie eben kein Englisch können, deshalb legte er einfach los und fuhr im ruhigeren Wasser noch ein paar Kurven und Kreise. Das hat Spass gemacht. Kurz danach legten wir im Hafen an und wurden schnell wieder auf Busse verteilt, die uns zum Hotel brachten. Dort erwartete uns nochmals ein wunderschöner Sonnenuntergang. Was für ein einmaliger Tag.

Unser Fazit: Es war ein fantastischer Tag und wie gesagt unglaublich das erleben und sehen zu dürfen. Wenn wir es nochmal planen könnten, würden wir Flug und Bootstour nicht am gleichen Tag machen und eine Bootstour mit einem besseren grösseren Schiff oder Katamaran buchen. Den Flug kann man dann auch morgens am Abreisetag machen, die ersten gehen schon um 7 Uhr, die zweiten um halb 9. Einfach alles etwas entspannter und ohne die 2 bis 3 Stunden reine Schnellbootfahrt übers offene Meer und mit mehr Zeit an den einzelnen Spots. Man muss auch dazu sagen, dass das Ganze nicht sehr günstig ist. Aber es lohnt sich dieses Geld zu investieren, die Gelegenheit kommt ja meistens nicht wieder und man sollte unbedingt Flug und Bootstour machen.




















Diese Bilder sind so phantastisch, diese Farben. Ich denke, ihr braucht Zeit, um diese ganzen Eindrücke zu verarbeiten.
Ja, das wird noch eine Weile dauern, bis das alles verarbeitet ist.